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Movimiento de víctimas de crímenes de estado en Colombia

BEWEGUNG DER OPFER VON VERBRECHEN DES STAATES Kolumbien

Deutsch

Die

BEWEGUNG DER OPFER VON VERBRECHEN DES STAATES

Kolumbien
(MOVIMIENTO DE VÍCTIMAS DE CRÍMENES DE ESTADO)

Die Opfer des Staates
organisieren sich
und ergreifen das Wort…

Wann und wie entstand die Bewegung?

Die Bewegung der Opfer von Verbrechen des Staates gründet sich während des zweiten Treffens der Opfer von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und von Menschenrechtsverletzungen am 25. Juni 2005, vier Tage nach der Verabschiedung des Gesetztes der Straflosigkeit, dem Gesetz Nr. 975 von 2005 (Ley 975 de 2005) durch den kolumbianischen Kongress.

Die Bewegung ist Ergebnis eines langen historischen Kampfes für Wahrheit, Gerechtigkeit und integrale Wiedergutmachung, der 1996 mit dem Projekt „Nie wieder Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ (Nunca Más Crímenes de Lesa Humanidad) begann. Mit dem ersten Treffen der Opfer am 28. und 29. Mai 2004 in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá gewann die Bewegung an Stärke. Dies setzte sich beim "Internationalen Treffen für Kolumbien" am 28. August 2004 fort sowie bei den Vorbereitungstreffen für das zweite Treffen der Opfer im Juni 2005. Vorbereitungstreffen fanden in den kolumbianischen Städten Cartagena, Medellín, Cali, Popayán, Barrancabermeja, Bucaramanga, Bogotá und Neiva statt. Auf diesen Treffen wurden die mehr als 800 Delegierten gewählt, die sich in Bogotá getroffen haben, um der Bewegung durch Definition seiner Identität und seiner Aktionsbereiche Leben und Form zu geben.

Die Bewegung entstand als ein Aufruf zur Einheit, um Isolierung, Vergessen und Angst zu überwinden. Ziel ist, unser Recht auf Wahrheit, Gerechtigkeit und integrale Wiedergutmachung einzufordern.

Wer sind wir?

Zur Bewegung gehören Frauen und Männer, Gemeinschaften verschiedener Ethnien, Kulturen und Generationen, soziale und politische Organisationen, die die Auswirkung der Gewalt durch den kolumbianischen Staat in Form von massiven und systematischen Verletzungen der individuellen und kollektiven politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Grundrechte erfahren haben. Wir erlebten Zerstörung von Lebensprojekten, von gemeinschaftlichen Umfeldern, der Umwelt und Aneignung von Territorien. Verantwortlich für all dies sind bewaffnete staatliche Strukturen, die regulär und irregulär (in Form der paramilitärischen Strategie) agierten.

Was sind unsere Ziele?

Die Konsolidierung einer nationalen partizipativen Bewegung, die die staatlichen Strategien, Methoden und Techniken zur Fortsetzung der politischen Straflosigkeit aufdeckt und bekannt macht.
Der Abbau aller Kriegsstrukturen, die Demilitarisierung des zivilen Lebens und die sofortige Unterzeichnung von humanitären Abkommen zur Verringerung der Auswirkung des bewaffneten Konflikts auf die Zivilbevölkerung.
Das Vorantreiben der Einheit der Opferorganisationen hinsichtlich der Wiedererlangung der kollektiven Erinnerung.
Die individuelle und kollektive Anerkennung des Rechtes auf historische Wahrheit, damit sie die Namen der Opfer würdigt.

Arbeitsbereiche

Wiedererlangung der Erinnerung: durch die Entwicklung von Vorschlägen zur Bejahung der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der integralen Wiedergutmachung. Dies geschieht durch Initiativen, die sich nicht den rechtlichen Instrumenten bedienen, durch Akte der Erinnerung und des Gedenkens sowie durch moralische und politische Sanktionierung.
Aktionen auf rechtlicher Ebene: Klagen vor nationalen und internationalen Gerichten, Einspruch und Ungehorsam gegen Gesetze der Straflosigkeit und jede andere rechtliche oder politische Anordnung, die das Verzeihen und Vergessen begünstigt.
Politische Lobbyarbeit: internationale und nationale Bekanntmachung der Aktivitäten, Vorschläge und Position der Bewegung mit dem Ziel, auf kolumbianischer und internationaler Ebene Politik und Entwicklungs¬zusammenarbeit zu beeinflussen.
Mobilisierung, Bekanntmachung und Wachstum: Bekanntmachung der Ziele, der Identität, der Aktivitäten und des Denkens der Bewegung durch die Unterstützung von Aktionen von BäuerInnen, Indigenen, Gewerkschaften und Menschenrechtsverteidigern sowie von Familien¬angehörigen von Opfern und Überlebenden.
Kommunikation: Nutzung aller Mittel der Kommunikation zur Information über die Identität, die Vorschläge und die Position der Bewegung.
Qualifizierung der Bewegung: Entwicklung pädagogischer Aktivitäten und Aktivitäten des Austausches, die die Opfer befähigen, für sich selbst zu sprechen und Vorschläge zu Wahrheit, Gerechtigkeit und Wieder¬gutmachung zu entwickeln.

Kontakt für weitere Informationen über die Aktivitäten der Bewegung und für Unterstützungs- und Solidaritätsaktionen:
secretariatecnica2encuentro@yahoo.com

November 2005